Im Juni 2025 veröffentlichte das internationale Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank einen Bericht, der einen deutlichen Anstieg der Verkäufe von Luxusimmobilien in mehreren globalen Metropolen aufzeigt. Städte wie Dubai, London, New York, Paris und Sydney verzeichneten im Vergleich zu den Vorjahren ein spürbares Wachstum im Premiumsegment. Inmitten wirtschaftlicher Unsicherheit, hoher Inflation und steigender Zinssätze erweist sich der Luxusimmobilienmarkt als besonders widerstandsfähig und attraktiv für wohlhabende Investoren.
Luxusmarkt übertrifft den Massenmarkt
Während der breite Immobilienmarkt vielerorts Stagnation oder Preisrückgänge zeigt, entwickelt sich das Luxussegment überaus positiv. Laut Knight Frank stiegen die Verkäufe von High-End-Immobilien im Jahresvergleich um 5 % bis 12 % in zahlreichen Weltstädten. Gründe für diesen Anstieg sind unter anderem:
- strategische Diversifikation von Vermögen;
- Wunsch nach Sicherheit und Privatsphäre;
- Nachfrage nach energieeffizientem und nachhaltigem Wohnen;
- hohe Mietrenditen bei Luxusobjekten.
Der Bericht betont, dass Käufer zunehmend auf langfristige Werthaltigkeit und Lebensqualität achten – nicht nur auf Prestige.
Spitzenreiter beim Verkaufswachstum
Die folgenden Städte führen laut Knight Frank das weltweite Wachstum im Luxussektor an:
- Dubai: +11,2 % – begünstigt durch Steuererleichterungen, das „Golden Visa“-Programm und steigende Mietrenditen;
- London: +8,9 % – vor allem in Kensington, Mayfair und Belgravia trotz hoher Leitzinsen der Bank of England;
- New York: +7,5 % – insbesondere auf Manhattan bei Objekten zwischen 5 und 15 Millionen Euro;
- Paris: +6,2 % – getrieben von ausländischer Nachfrage nach historischen Gebäuden;
- Sydney: +5,6 % – in begehrten Lagen mit Meerblick und Hafennähe.
Käuferprofil im Jahr 2025
Das Käuferprofil im Luxussegment verändert sich. Neben traditionellen Investoren aus China, Russland und dem Nahen Osten verzeichnet Knight Frank nun einen deutlichen Zuwachs an Käufern aus den USA, Indien und Lateinamerika.
Das Durchschnittsalter liegt zwischen 38 und 55 Jahren, und viele Käufer bevorzugen bezugsfertige Immobilien. Über 50 % der Käufe erfolgen ohne Fremdfinanzierung – ein Zeichen hoher Liquidität.
Bemerkenswert ist auch der steigende Anteil weiblicher Investoren, die 2025 über 22 % der Transaktionen im Luxussegment ausmachten. Zudem wächst die Nachfrage von Familien, die sichere, internationale Wohnumfelder mit guten Schulen suchen.
Preisentwicklung im Luxussegment
Der durchschnittliche weltweite Preis für Luxusimmobilien stieg laut Bericht um 4,2 % in den letzten 12 Monaten. Die höchsten Quadratmeterpreise wurden gemessen in:
- Dubai: bis zu 13.800 €/m², vor allem in Palm Jumeirah und Downtown;
- London: ca. 17.500 €/m² in Top-Lagen;
- Paris: rund 16.000 €/m² im 7. und 16. Arrondissement;
- New York: etwa 18.200 €/m² je nach Lage und Ausstattung;
- Singapur: 14.300 €/m², unterstützt durch staatliche Anreize für ausländische Käufer.
Dagegen stagnieren oder sinken die Preise in Städten wie Hongkong, Frankfurt oder Stockholm leicht – bedingt durch lokale Regulierungen oder wirtschaftliche Schwächen.
Neue Käuferpräferenzen
Die Pandemie, das Bewusstsein für Klimafragen und der Trend zum Homeoffice prägen die Ansprüche von Käufern. Besonders gefragt sind:
- große Terrassen oder Balkone;
- private Pools oder Spa-Bereiche;
- Homeoffice oder kreative Studios;
- grüne Technologien wie Solaranlagen oder Wärmepumpen;
- geschlossene Wohnanlagen mit 24/7-Sicherheit und Concierge-Service.
Ein Blick ins Grüne oder aufs Wasser erhöht laut Knight Frank den Immobilienwert im Schnitt um 8–12 %.
Investition in Vermietung oder Zweitwohnsitz
Etwa 38 % der Käufer sehen Luxusimmobilien als Kapitalanlage – insbesondere in Städten wie London, Paris, Miami oder Barcelona. Dort erzielen hochwertige Objekte jährliche Renditen zwischen 3,5 % und 6 % (in Euro gerechnet).
Der Trend zu Zweitwohnsitzen wächst ebenfalls, vor allem bei Käufern aus Kanada, Deutschland, den VAE und den USA, die Immobilien mit Urlaubsflair und Wertsteigerungspotenzial bevorzugen.
Regulierungen und steuerliche Einflüsse
Gesetzliche Rahmenbedingungen beeinflussen den Luxusmarkt zunehmend:
- In Kanada wurden Käufe durch Ausländer stark eingeschränkt;
- Singapur erhöhte die Steuer auf Zweitwohnungen;
- In Frankreich wird über eine Leerstandssteuer auf Luxusimmobilien in Paris diskutiert;
- Großbritannien hat strengere Anforderungen zur Herkunft von Finanzmitteln eingeführt.
Trotz regulatorischer Hürden bleibt der Luxussektor robust – viele Investoren finden Wege zur Anpassung.
Ausblick bis Ende 2025
Knight Frank prognostiziert, dass der Luxusimmobilienmarkt auch in der zweiten Jahreshälfte 2025 stark bleibt, wenngleich mit geringerer Dynamik. Erwartete Zinssenkungen in den USA und der EU könnten neue Impulse setzen.
Als besonders aussichtsreich gelten:
- Spanien und Portugal (z. B. Costa del Sol und Algarve);
- Florida und Südkalifornien, insbesondere in gesicherten Communities;
- Wasserlagen in Dubai, die internationale Käufer anziehen;
- historische Villen in Frankreich und Italien;
- Luxus-Neubauten in Tokio, Seoul und Oslo, gefördert durch Technologiebranchen.
Die Kombination aus knappen hochwertigen Objekten und globaler Nachfrage dürfte die Preisentwicklung weiter stützen.
Fazit
Knight Franks Bericht 2025 zeigt: Luxusimmobilien bleiben ein krisensicheres Investment mit hoher Nachfrage. Ob als Kapitalanlage, Feriendomizil oder Hauptwohnsitz – sie bieten Stabilität, Komfort und Wertzuwachs.
Der Fokus verschiebt sich zunehmend von Prestige zu Nachhaltigkeit, Qualität und Funktionalität. Knight Frank rät Investoren daher, steuerliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, lokal zu denken – und strategisch langfristig zu planen, um im Premiumsegment erfolgreich zu bleiben.
