Greystar, ein US-amerikanischer Residential-Investmentmanager, steht kurz vor dem Abschluss einer der größten Build-to-Rent-Transaktionen im Vereinigten Königreich der vergangenen Jahre. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung über rund 900 Apartments in London getroffen. Das Entwicklungsprojekt wird mit etwa 575 Millionen Euro (500 Millionen Pfund Sterling) bewertet und betrifft Elephant Park im Süden Londons. Elephant Park ist ein innovatives Stadterneuerungsprojekt von Lendlease, dessen Fertigstellung bis 2030 vorgesehen ist.
Das Portfolio befindet sich im Miteigentum von Lendlease und CPP Investments im Rahmen einer Partnerschaft. Obwohl sich die Gespräche in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, ist die Transaktion noch nicht abgeschlossen. Aufgrund der hervorgehobenen Bewertung gilt der Deal jedoch bereits als eine richtungsweisende institutionelle Build-to-Rent-Transaktion im Vereinigten Königreich.
Ein Signal im Wert von 500 Millionen Pfund in einem Neu Justierten Markt
Bei rund 500 Millionen Pfund für 900 Einheiten ergibt sich eine implizite Bewertung von etwa 556.000 Pfund pro Apartment (≈639.000 Euro pro Einheit). Auf diesem Preisniveau erscheint das Portfolio weder deutlich unterbewertet noch überhitzt. Die Strategie spiegelt einen langfristigen institutionellen Fokus auf stabile Mieteinnahmen wider.
Das Projekt Elephant Park ist Teil der umfassenderen Transformation von Elephant and Castle in ein kompakteres Mixed-Use-Quartier mit Wohntürmen, aufgewertetem öffentlichen Raum, integrierter Einzelhandelsnutzung und starker Verkehrsanbindung. Die Investmentthese basiert auf struktureller Nachfrage, demografischer Resilienz und operativer Effizienz und weniger auf einer klassischen Prime-Lage mit historischer Prägung. Das Management erfolgt durch einen globalen Betreiber mit plattformbasierten Systemen. Die Bündelung von 900 Einheiten innerhalb eines Regenerationsclusters ermöglicht Skaleneffekte sowie langfristige Einkommensvisibilität.
Ein weiterer Faktor, der die Bewertungsspanne stützt, sind die Wiederbeschaffungskosten. Baukosteninflation, Arbeitskräftemangel und Finanzierungsrestriktionen haben die Kosten für die Entwicklung neuer Wohnprojekte in London erhöht. Vor diesem Hintergrund kann der Erwerb stabilisierter, einkommensgenerierender Bestände mit geringeren Umsetzungsrisiken verbunden sein als die Finanzierung neuer Entwicklungen.
Institutioneller Mietwohnungssektor Gewinnt an Dynamik
Diese Wohnimmobilien bieten attraktive und vergleichsweise stabile Cashflows. Ein Portfolio aus stabilen Einkommensobjekten gilt im Allgemeinen als resilient. Das Build-to-Rent-Modell profitiert von integrierten Managementsystemen, die den Betrieb optimieren und die Mieterfluktuation reduzieren.
Dies unterstreicht die anhaltende Präsenz globaler Investoren in London, gestützt durch konkrete Transaktionsbelege. Der private Mietwohnungssektor im Vereinigten Königreich befindet sich zudem in einer strukturellen Konsolidierungsphase, da viele kleinere Vermieter weiterhin unter steuerlichem und regulatorischem Druck stehen.
Nachfrage nach Mietwohnanlagen in London
Elephant and Castle hat sich im vergangenen Jahrzehnt deutlich gewandelt und gilt nicht mehr als Übergangszone. Das Viertel hat sich zu einem integrierten urbanen Wohnstandort entwickelt und zählt zu den verkehrstechnisch am besten angebundenen Lagen in Süd-London. Neben neuen privaten Entwicklungen verfügt das Gebiet weiterhin über einen bedeutenden Anteil an Sozialwohnungen.
Der Zeitpunkt der Transaktion spiegelt eine breitere Neuordnung der Immobilienpreise wider. Zwischen 2022 und 2024 führten Zinsschocks zu einem Stillstand größerer Portfoliotransaktionen. Im Jahr 2025 kam es jedoch zu einer Erholung der Build-to-Rent-Investitionsvolumina, nachdem Investoren ihre Renditeerwartungen angepasst, Bewertungsannahmen überarbeitet und mit verbesserter Bewertungstransparenz wieder langfristige Wohnstrategien verfolgt haben.
Vor diesem Hintergrund stellt der Schritt von Greystar eine strategische Skalierungsentscheidung dar. Vereinfacht gesagt signalisiert die Transaktion Vertrauen darin, dass der Londoner Mietmarkt trotz makroökonomischer Unsicherheiten stabile Auslastung und nachhaltiges Mietwachstum liefern kann.
Ein Indikator für Die Rückkehr von Kapital in Größeren Dimensionen
Diese potenzielle Übernahme steht ebenso für Skalierung wie für Standortqualität. Eine Verpflichtung von 500 Millionen Pfund für ein einzelnes Mietportfolio deutet darauf hin, dass globales Kapital den Londoner Wohnungsmarkt zunehmend weniger als kurzfristiges zyklisches Investment betrachtet, sondern als langfristige Einkommensstrategie, eingebettet in strukturelle Mietnachfrage. Nach einer Phase von Bewertungsunsicherheit, steigenden Zinsen und Finanzierungsstress zeigt eine Transaktion dieser Größenordnung, dass sich das institutionelle Vertrauen in die Fundamentaldaten des Sektors stabilisiert hat und die Preise ein Niveau erreicht haben, das großvolumiges Kapital anzieht. Sollte der Deal abgeschlossen werden, könnte er im Jahr 2026 als Benchmark für Liquidität und Preisfindung im britischen Build-to-Rent-Markt dienen. Mietwohnimmobilien positionieren sich zunehmend als infrastrukturanähnliche Anlageklasse innerhalb diversifizierter Immobilienportfolios und nicht mehr als nachrangige Allokation.
