{"id":41282,"date":"2025-07-22T22:44:09","date_gmt":"2025-07-22T18:44:09","guid":{"rendered":"https:\/\/erena.me\/?p=41282"},"modified":"2025-07-22T22:45:04","modified_gmt":"2025-07-22T18:45:04","slug":"die-meisten-gewerbeimmobilien-in-europa-sind-derzeit-unterbewertet-sagen-analysten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/erena.me\/de\/2025\/07\/22\/die-meisten-gewerbeimmobilien-in-europa-sind-derzeit-unterbewertet-sagen-analysten\/","title":{"rendered":"Die meisten Gewerbeimmobilien in Europa sind derzeit unterbewertet, sagen Analysten"},"content":{"rendered":"<p>Der europ\u00e4ische Markt f\u00fcr Gewerbeimmobilien befindet sich im Jahr 2025 in einem tiefgreifenden Umbruch. Analysten f\u00fchrender Immobilien- und Finanzunternehmen wie <strong>JLL<\/strong>, <strong>CBRE<\/strong>, <strong>Savills<\/strong> und <strong>MSCI<\/strong> sind sich einig: <strong>Ein Gro\u00dfteil der gewerblichen Immobilien in Europa ist aktuell deutlich unterbewertet<\/strong>. Verantwortlich daf\u00fcr sind die gestiegenen Zinsen, ver\u00e4nderte Nachfragestrukturen und eine allgemeine Neubewertung von Risiken am Kapitalmarkt.<\/p>\n<p>Je nach Region und Segment notieren viele Immobilien aktuell mit <strong>Abschl\u00e4gen zwischen 15\u202f% und 40\u202f%<\/strong> im Vergleich zu den H\u00f6chstst\u00e4nden der Jahre 2019 bis 2021. F\u00fcr opportunistische Investoren mit langfristigem Horizont ergeben sich daraus attraktive Einstiegsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<h3>Ursachen der Unterbewertung: Zinspolitik und Risikoanpassung<\/h3>\n<p>Der ma\u00dfgebliche Ausl\u00f6ser der Marktbewegung war die Zinserh\u00f6hung durch die Europ\u00e4ische Zentralbank. Seit 2022 hat die EZB den Leitzins kontinuierlich erh\u00f6ht und im Jahr 2025 ein Niveau von <strong>4,25\u202f%<\/strong> erreicht \u2013 der h\u00f6chste Stand seit \u00fcber 20 Jahren.<\/p>\n<p>Folgen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Deutlich h\u00f6here Finanzierungskosten<\/strong> f\u00fcr Immobilieneigent\u00fcmer<\/li>\n<li><strong>Schw\u00e4chere Investitionsnachfrage<\/strong>, insbesondere bei fremdfinanzierten K\u00e4ufen<\/li>\n<li><strong>R\u00fcckl\u00e4ufige Bewertungen<\/strong>, vor allem bei Objekten mit Sanierungsbedarf oder schwacher ESG-Bilanz<\/li>\n<\/ul>\n<p>Besonders betroffen sind B\u00fcro- und Einzelhandelsimmobilien in B- und C-Lagen. Laut dem MSCI Europe Real Assets Index sind die Preise f\u00fcr B\u00fcroimmobilien in europ\u00e4ischen Gro\u00dfst\u00e4dten seit 2021 im Schnitt um <strong>23\u202f%<\/strong> gefallen.<\/p>\n<h3>Wo die gr\u00f6\u00dften Abschl\u00e4ge zu finden sind<\/h3>\n<p>Die st\u00e4rksten Korrekturen verzeichnen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Deutschland<\/strong> \u2013 In Frankfurt, M\u00fcnchen und Berlin liegen die Preise f\u00fcr B\u00fcroobjekte <strong>30\u201335\u202f% unter dem Niveau von 2019<\/strong>, die Spitzenrenditen sind auf <strong>5,5\u202f% oder mehr<\/strong> gestiegen.<\/li>\n<li><strong>Frankreich<\/strong> \u2013 W\u00e4hrend der Pariser Markt weitgehend stabil bleibt, verlieren regionale Einzelhandels- und Hotelimmobilien <strong>20\u201330\u202f%<\/strong> an Wert.<\/li>\n<li><strong>Spanien und Portugal<\/strong> \u2013 Hotels und Serviced Apartments au\u00dferhalb der Kernm\u00e4rkte notieren mit <strong>35\u201340\u202f% Abschlag<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>Italien<\/strong> \u2013 In Mailand halten sich die Preise, doch in St\u00e4dten wie Bologna oder Genua sind sie um \u00fcber <strong>25\u202f%<\/strong> gefallen.<\/li>\n<li><strong>Zentraleuropa (Polen, Tschechien, Ungarn)<\/strong> \u2013 R\u00fcckg\u00e4nge von <strong>15\u201325\u202f%<\/strong>, vor allem wegen steigender Finanzierungskosten und Wechselkursrisiken.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Logistik robuster, aber nicht immun<\/h3>\n<p>Der Logistiksektor zeigt sich widerstandsf\u00e4higer, doch auch hier sind leichte R\u00fcckg\u00e4nge sichtbar. Die Preise sanken um <strong>10\u201315\u202f%<\/strong>, die Renditen liegen derzeit bei <strong>4\u20134,5\u202f%<\/strong>. Eine Logistikimmobilie in der N\u00e4he von Paris, die 2021 f\u00fcr <strong>2.800 \u20ac\/m\u00b2<\/strong> gehandelt wurde, wird heute f\u00fcr etwa <strong>2.400 \u20ac\/m\u00b2<\/strong> bewertet.<\/p>\n<h3>Was sagen die Experten?<\/h3>\n<p>Laut dem neuesten Bericht von <strong>Savills<\/strong>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie aktuellen Bewertungen spiegeln weniger die Qualit\u00e4t der Objekte als vielmehr die Unsicherheit an den Finanzm\u00e4rkten wider.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Andrew Hilton, Leiter der Kapitalm\u00e4rkte bei Savills Europe, erg\u00e4nzt, dass viele Investoren lediglich abwarten \u2013 nicht aus Zweifeln an den Assets, sondern wegen teurer Finanzierungen und mangelnder Preistransparenz.<\/p>\n<p><strong>CBRE<\/strong> stellt fest, dass die Spitzenrenditen f\u00fcr B\u00fcroimmobilien in Westeuropa von <strong>3,25\u202f% auf 5,25\u202f%<\/strong> gestiegen sind \u2013 und damit die Risiko-Rendite-Profile wieder attraktiver machen.<\/p>\n<h3>Beispielhafte Transaktionen zeigen Trendwende<\/h3>\n<p>Trotz allgemein niedriger Transaktionszahlen gab es 2025 bereits einige bedeutende Abschl\u00fcsse:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>KKR<\/strong> kaufte ein B\u00fcroobjekt in Amsterdam f\u00fcr <strong>310 Millionen Euro<\/strong> \u2013 mit <strong>22\u202f% Abschlag<\/strong> zur Vorbewertung.<\/li>\n<li><strong>Allianz Real Estate<\/strong> investierte <strong>470 Millionen Euro<\/strong> in Logistikportfolios in Mittelosteuropa.<\/li>\n<li><strong>Brookfield<\/strong> steht vor dem Kauf eines Businesspark-Portfolios in Deutschland mit <strong>35\u202f% Preisnachlass<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>Nuveen<\/strong> startete einen <strong>600-Millionen-Euro-Fonds<\/strong> speziell f\u00fcr notleidende Immobilien.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Beispiele zeigen: Institutionelles Kapital ist bereit zu investieren \u2013 sofern die Preise stimmen.<\/p>\n<h3>Wer jetzt kauft \u2013 und warum<\/h3>\n<p>Zu den Gewinnern der aktuellen Marktlage geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Private-Equity-Fonds<\/strong> mit Erfahrung in der Restrukturierung von Distressed Assets<\/li>\n<li><strong>Pensions- und Versicherungsfonds<\/strong>, die langfristige Renditen mit Inflationsschutz suchen<\/li>\n<li><strong>Core-plus- und Value-Add-Investoren<\/strong>, die ESG-Potenziale heben wollen<\/li>\n<li><strong>Staatsfonds und Family Offices<\/strong> mit ausreichender Liquidit\u00e4t und geringer Fremdkapitalquote<\/li>\n<\/ul>\n<p>Verlierer sind vor allem stark verschuldete Projektentwickler, die nicht refinanzieren k\u00f6nnen und verkaufen m\u00fcssen \u2013 was die Preiskorrektur weiter verst\u00e4rkt.<\/p>\n<h3>Risiken bleiben bestehen<\/h3>\n<p>Trotz der attraktiven Einstiegspreise warnen Analysten vor \u00dcbermut:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Sanierungen nach ESG-Kriterien<\/strong> kosten oft <strong>500 bis 1.500 \u20ac\/m\u00b2<\/strong><\/li>\n<li><strong>Schwache Fl\u00e4chennachfrage<\/strong> in \u00e4lteren B\u00fcroobjekten mit schlechter Lage<\/li>\n<li><strong>Zinsrisiko<\/strong>: Eine l\u00e4ngere Hochzinsphase k\u00f6nnte die Erholung verz\u00f6gern<\/li>\n<li><strong>Regulatorische Unsicherheiten<\/strong>, z.\u202fB. durch Energieeffizienzgesetze oder Mietpreisregulierungen<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Wendet sich der Markt?<\/h3>\n<p>Einige Marktbeobachter sehen Anzeichen f\u00fcr eine Bodenbildung. Laut <strong>JLL<\/strong>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Preiserwartungen von K\u00e4ufern und Verk\u00e4ufern n\u00e4hern sich an. Ab dem vierten Quartal 2025 erwarten wir wieder mehr Transaktionen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Das k\u00f6nnte den \u00dcbergang von defensivem Kapitalerhalt zu strategischem Aufkauf markieren \u2013 vergleichbar mit der Markterholung nach der Finanzkrise 2008.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p><strong>Die Mehrheit der europ\u00e4ischen Gewerbeimmobilien ist im Jahr 2025 unterbewertet.<\/strong> Die Ursachen sind struktureller Natur \u2013 nicht Ausdruck einer Krise, sondern einer Anpassung an neue Rahmenbedingungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Investoren mit Kapital, Know-how und langem Atem bietet sich jetzt eine der besten Chancen seit \u00fcber einem Jahrzehnt. Entscheidend wird jedoch die Auswahl der richtigen M\u00e4rkte, Objekte und Strategien im ver\u00e4nderten Investitionsumfeld sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der europ\u00e4ische Markt f\u00fcr Gewerbeimmobilien befindet sich im Jahr 2025 in einem tiefgreifenden Umbruch. 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